Werkstatt-(Er)leben

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“Hand in Hand” hat viel zu tun

Artikel aus der Lausitzer Rundschau vom 5. Dezember 2014

Kalendertürchen öffnet sich bei der Lebenshilfe / Viel Platz in den neuen Räumen

GUBEN Das 4. Kalendertürchen des Gubener Adventskalenders führte am Donnerstag zur Lebenshilfe “Hand in Hand” in die neuen Werkstätten Am Wasserwerk.
Besucher konnten sich ausgiebig in dem erst im Sommer bezogenen Haus samt Gelände umschauen. Etwa 50 Menschen mit Behinderung gehen in diesem Haus ihrer Arbeit nach. Sieben Gruppenleiter betreuen die 18- bis 65-Jährigen.

Henry Dommenz erzählte, dass die neue Werkstatt 1600 Quadratmeter bebaute Fläche umfasst. Mit dem Haus am Wasserwerk habe man optimale Bedingungen vorgefunden, so der Werkstattleiter. Gruppenleiter Roger Droege und seine Mitarbeiter zeigten stolz, was sie bei der Industriemontage herstellen. Beispielsweise werden für Trevira Mehrwegverpackungen aufgearbeitet, aber auch für Firmen Abziehspachtel für die Windradmontage hergestellt, Ordnerrücken für ein Büroartikelhersteller gezählt und verpackt oder Thermoschlagdübel für die Hausdämmung zusammen gebaut. “Wir haben so viel zu tun, wir können uns über mangelnde Arbeit nicht beschweren”, so Doege.

Auch ein Sozialkaufhaus wurde in das neue Haus integriert. Den gesamten Hausrat, aber auch Bücher und CD`s kann man dort günstig erwerben. “Die Sachen stehen bei uns hier nie lange, der Zulauf hat wirklich meine Erwartungen übertroffen”, erzählt Werkstattleiter Dommenz. Die angebotenen Sachen stammen aus Wohnungsrückrenovierungen. Die Ladeneinrichtung für das Sozialkaufhaus wurde in der hauseigenen Schreinerei in Cottbus hergestellt.

Ein weiterer Bereich ist die Rücksanierung von Wohnungen. Auch hier können sich die Lebenshilfe-Mitarbeiter kaum vor Arbeit retten. Oberstes Ziel der Gruppenleiter der Werkstätten ist die Bewahrung der Selbstständigkeit der Mitarbeiter. Sie haben Am Wasserwerk ihre Aufenthaltszeit, die neben der täglichen Arbeit auch begleitende Angebote beinhaltet. So steht auch regelmäßig Sport auf dem Programm.

Gestern dominierte die Vorweihnachtszeit. In der Küche wurden Plinse gebacken und Kaffee gekocht. Und die Besucher des Adventskalenders machten von den Angeboten regen Gebrauch.

Etwa 145 Menschen mit Behinderung werden derzeit in Guben von der Lebenshilfe “Hand in Hand” betreut. Sie arbeiten in den Bereichen Garten- und Landschaftsbau, Wäscherei, Näherei, Gärtnerei, Industriemontage, Wohnungsrückrenovierung sowie in der Montage bei Trevira.

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Gärtnerei-Gruppenleiterin Sieglinde Kolaska bastelten mit den Besuchern des Adventskalenders Gestecke. Foto: utr1
Gärtnerei-Gruppenleiterin Sieglinde Kolaska bastelten mit den Besuchern des Adventskalenders Gestecke.
Foto: utr1

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